Ratgeber

Website ohne Cookie-Banner: wann das geht und wie

Brauchen Sie für Ihre Website überhaupt ein Cookie-Banner? Oft nicht. Hier lesen Sie, wann in Österreich eine Einwilligung nötig ist, was ohne sie erlaubt bleibt und wie man eine Website baut, die ohne Banner auskommt.

Von Julian Rektenwald, RHost e.U. · Zuletzt aktualisiert:

Illustration: dieselbe Website einer Tischlerei links mit Cookie-Banner, rechts ohne – Anrufen-Button, Öffnungszeiten und Anfahrt sofort sichtbar
Kurz beantwortet

Wann eine Website kein Cookie-Banner braucht

Eine Website braucht kein Cookie-Banner, wenn sie keine Cookies oder vergleichbaren Techniken einsetzt, denen Ihre Besucher zustimmen müssten, und keine Inhalte von fremden Servern lädt, die erst nach einer Zustimmung geladen werden sollten. Technisch notwendige Cookies, etwa für den Warenkorb eines Onlineshops, dürfen ohne Einwilligung gesetzt werden. Eine Einwilligung brauchen vor allem Tracking, Marketing-Dienste und direkt eingebettete Inhalte von Drittanbietern. Eine Datenschutzerklärung brauchen Sie trotzdem, etwa für Serverprotokolle und Kontaktanfragen.

Die Grundlage in Österreich ist § 165 Abs. 3 TKG 2021: Informationen dürfen auf den Geräten Ihrer Besucher nur mit deren Einwilligung gespeichert oder ausgelesen werden. Ausgenommen ist, was unbedingt nötig ist, um einen ausdrücklich gewünschten Dienst bereitzustellen. Wie eine gültige Einwilligung aussieht, regelt die DSGVO.

Wie es in der Praxis aussieht

Für unsere Website-Studie 2026 haben wir im Oktober 2026 die Startseiten von 400 zufällig ausgewählten Websites kleiner Betriebe in Wien und Niederösterreich geöffnet, ohne etwas anzuklicken. 364 ließen sich laden, je nach Befund waren 357 bis 364 auswertbar:

62 % zeigen ein Cookie-BannerSechs von zehn Websites fragen beim ersten Besuch nach einer Zustimmung.
Bei 45 % davon läuft die Statistik trotzdem schonStatistik- oder Werbedienste starteten, bevor jemand etwas gewählt hatte. Ob ein Banner da ist, sagt also wenig darüber, was die Website im Hintergrund tut.
53 % verbinden sich vorher mit GoogleEin häufiger Grund sind die Schriften: 32 % laden sie von Google-Servern. Liegen die Schriften auf dem eigenen Webspace, entfällt diese Verbindung zum Schriftanbieter.
Ursachen

Warum so viele Websites ein Cookie-Banner haben

Ein Cookie-Banner ist kein Pflichtbestandteil einer Website. Es wird erst nötig, wenn die Website etwas tut, wofür Besucher zustimmen müssen. Oft bringt ein Baukasten, eine fertige Designvorlage oder eine Erweiterung solche Dienste mit, ohne dass sich der Betreiber bewusst dafür entschieden hat.

Tracking und StatistikAnalyse-Tools, die Cookies oder vergleichbare Techniken nutzen, um Besucher wiederzuerkennen.
Werbe-PixelSkripte von Werbeplattformen, die Seitenaufrufe erfassen, um Anzeigen zu messen und gezielt auszuspielen.
Schriften und Skripte von fremden ServernEtwa von Google Fonts oder einem Auslieferungsdienst (CDN), der Dateien für viele Websites bereitstellt. Beim Laden überträgt der Browser die IP-Adresse der Besucher an diesen Server.
Eingebettete Karten, Videos und Social-Media-BeiträgeSie kommen direkt vom jeweiligen Anbieter. Schon beim Aufruf werden Daten wie die IP-Adresse übertragen, und oft setzt der Anbieter zusätzlich Cookies.

Was ein Banner Besucher und Betreiber kostet

Verdeckte InhalteDas Banner legt sich beim ersten Besuch über die Seite. Auf dem Smartphone verdeckt es oft genau den Bereich, in dem Telefonnummer oder Öffnungszeiten stehen.
Eine Entscheidung vor dem ersten EindruckBesucher müssen erst etwas auswählen, bevor sie Ihre Inhalte sehen. Manche schließen die Seite an dieser Stelle wieder.
PflegeaufwandDas Banner muss zu den Diensten passen, die Ihre Website wirklich nutzt. Kommt ein Dienst dazu oder fällt einer weg, müssen Sie Banner und Datenschutzerklärung anpassen.
FehlerquellenEin Banner hilft nur, wenn es technisch richtig arbeitet: Zustimmungspflichtige Dienste dürfen erst nach der Zustimmung starten. In unserer Website-Studie 2026 liefen bei 45 % der Websites mit Banner Statistik oder Werbung schon vorher.
Zusätzliche KostenJe nach Lösung kommen für ein Einwilligungs-Tool Einrichtungsaufwand oder laufende Lizenzkosten dazu.
Notwendige Cookies

Was ohne Einwilligung erlaubt ist: technisch notwendige Cookies

Nicht jedes Cookie braucht eine Zustimmung. Ausgenommen ist nach § 165 Abs. 3 TKG 2021, was unbedingt nötig ist, um einen Dienst bereitzustellen, den Ihre Besucher ausdrücklich wünschen. Typische Beispiele:

WarenkorbEin Onlineshop muss sich merken, welche Produkte im Warenkorb liegen.
LoginWer sich in einem Kundenbereich anmeldet, bleibt in der Regel über ein Sitzungs-Cookie angemeldet.

Es kommt auf den Zweck an. Ein Cookie wird nicht dadurch notwendig, dass es in einem Banner unter „notwendig“ einsortiert ist. Analyse-Tools und Werbe-Pixel fallen nicht unter die Ausnahme, auch wenn sie für den Betreiber nützlich sind.

Die Regel gilt für alles, was auf dem Gerät Ihrer Besucher gespeichert oder von dort ausgelesen wird, also nicht nur für Cookies im engeren Sinn. Auch notwendige Cookies gehören in die Datenschutzerklärung. Ob ein bestimmtes Cookie als notwendig gilt, hängt vom Einzelfall ab. Im Zweifel lassen Sie das rechtlich prüfen.

Checkliste

Checkliste: So bauen Sie eine Website, die kein Cookie-Banner braucht

Das Banner einfach zu entfernen, reicht nicht. Weglassen oder ersetzen müssen Sie die Dienste, die eines nötig machen:

  1. Schriften lokal einbinden. Die Schriftdateien liegen auf dem eigenen Webspace statt bei Google Fonts oder ähnlichen Diensten, sofern die Lizenz das erlaubt.
  2. Keine Skripte von fremden Servern. Skripte, Gestaltungsdateien und Icons liefert der eigene Server aus, nicht ein fremder Auslieferungsdienst.
  3. Karten und Videos als Link oder Zwei-Klick-Lösung. Für die Anfahrt reicht oft ein Link zum Routenplaner neben Ihrer Adresse. Bei der Zwei-Klick-Lösung zeigt ein Platzhalter zunächst nur einen Hinweis, welcher Anbieter geladen wird und dass dabei Daten wie die IP-Adresse an ihn gehen. Geladen wird der Inhalt erst nach einem Klick.
  4. Spamschutz ohne Drittanbieter. Ein unsichtbares Honeypot-Feld hält viele Spam-Bots ab, ohne Daten an Dritte zu übertragen. Externe Spamschutz-Dienste brauchen je nach Dienst eine Einwilligung.
  5. Statistik ohne Einwilligungspflicht – oder gar keine. Analyse-Tools mit Cookies oder vergleichbaren Techniken brauchen eine Zustimmung. Es gibt Lösungen, die ohne solche Techniken auskommen. Ob eine bestimmte Lösung ohne Einwilligung eingesetzt werden kann, hängt von ihrer Funktionsweise und ihren Einstellungen ab. Wer die Zahlen ohnehin nicht auswertet, verzichtet am einfachsten ganz darauf.
  6. Hosting in der EU mit Auftragsverarbeitungsvertrag. Mit dem Banner hat das nichts zu tun, es gehört aber zur Grundlage: Mit Ihrem Hoster brauchen Sie einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO. Mit einem Hoster in der EU vermeiden Sie in der Regel Übermittlungen in Drittländer.
  7. Datenschutzerklärung aktuell halten. Auch ohne Banner informiert die Datenschutzerklärung darüber, was Ihre Website wirklich tut (Art. 13 DSGVO).

Ein Kontaktformular, eine Bildergalerie oder eine Anfahrtsbeschreibung funktionieren auch ohne zustimmungspflichtige Dienste. Die einzelnen Punkte erklären wir ausführlicher im Ratgeber zur DSGVO-konformen Website.

Was das bringt – und worauf Sie verzichten

Ihre Besucher sehen sofort Ihre Inhalte, und Sie sparen sich Einrichtung und Pflege eines Einwilligungs-Tools. Dafür verzichten Sie auf Werbe-Tracking und auf Auswertungen, die einzelne Besucher wiedererkennen. Soll Ihre Website vor allem informieren und Anfragen bringen, fällt das meist kaum ins Gewicht.

Ausnahmen

Wann Sie trotzdem ein Cookie-Banner brauchen

Es kann gute Gründe geben, sich bewusst für zustimmungspflichtige Dienste zu entscheiden. Dann gehört ein Einwilligungsbanner dazu. Typische Fälle:

Werbe-TrackingSie schalten Anzeigen und möchten messen, welche Anzeige zu einer Anfrage oder Bestellung geführt hat.
RemarketingFrühere Besucher Ihrer Website sollen später gezielt Ihre Anzeigen sehen.
Statistik mit CookiesSie nutzen ein Analyse-Tool, das Cookies oder vergleichbare Techniken einsetzt.
Eingebettete Inhalte ohne Zwei-Klick-LösungKarten, Videos oder Social-Media-Beiträge sollen sofort sichtbar sein und werden deshalb direkt vom Anbieter geladen.
Weitere Dienste von DrittanbieternZum Beispiel externe Spamschutz-Dienste. Ob eine Einwilligung nötig ist, hängt vom jeweiligen Dienst ab. In die Datenschutzerklärung gehören sie in jedem Fall.

Wenn Sie ein Banner einsetzen, muss es richtig arbeiten: Zustimmungspflichtige Dienste starten erst nach aktiver Zustimmung, vorab angekreuzte Kästchen gelten nicht als Einwilligung, und der Widerruf muss so einfach sein wie die Zustimmung (Art. 7 Abs. 3 DSGVO).

Ob Sie solche Dienste einsetzen, ist eine geschäftliche Entscheidung. Technisch braucht eine Website sie nicht. Fragen Sie sich, ob Sie die Daten, die ein Dienst liefert, auch wirklich nutzen. Für ein Statistik-Tool, in das niemand hineinschaut, lohnt sich kein Banner.

Unser Vorgehen

Wie wir Websites ohne Banner bauen

Neue Websites bauen wir ohne Cookies, denen Ihre Besucher zustimmen müssten, also ohne Werbe-Tracking und ohne Werbe-Cookies. Deshalb brauchen sie kein Cookie-Banner.

Schriften, Skripte und Icons vom eigenen WebspaceNichts wird von Google oder anderen fremden Servern nachgeladen.
Karten und VideosNur per Link oder als Zwei-Klick-Lösung.
KontaktformularMit Spamschutz ohne Drittanbieter (Honeypot) und Übertragung per HTTPS.
Besucherstatistik auf WunschEine DSGVO-konforme Besucherstatistik, für die kein Cookie-Banner nötig ist.
WebshopsSie setzen technisch notwendige Cookies, zum Beispiel für den Warenkorb. Diese brauchen keine Einwilligung.
Impressum und DatenschutzerklärungGehören zu jeder Website, auch zu einer ohne Banner.

Das gilt auch für unsere eigene Website: rhost.at setzt keine Cookies, auch nicht im Kontaktformular.

Pakete und Preise

Alle drei Webdesign-Pakete setzen wir ohne Cookie-Banner um. Basic um 690 € einmalig ist ein One-Pager mit Kontaktformular und Spamschutz. Special um 1.190 € hat bis zu 5 Inhaltsseiten mit Menü und Unterseiten sowie eine Bildergalerie. Large um 1.790 € umfasst bis zu 10 Inhaltsseiten, Texte von uns und eine zweite Sprache. Die Preise sind Endpreise: Als Kleinunternehmer verrechnen wir keine Umsatzsteuer.

Alle Details finden Sie in der Übersicht der Webdesign-Pakete. Für Betriebe aus der Region gibt es mehr unter Webdesign in Klosterneuburg.

Möchten Sie später zustimmungspflichtige Dienste wie ein Werbe-Tracking oder eingebettete YouTube-Videos nutzen, besprechen wir vorher mit Ihnen, was dafür nötig ist.

Selbsttest

Selbsttest: So prüfen Sie Ihre bestehende Website

Was Ihre Website lädt und speichert, können Sie in ein paar Minuten selbst nachsehen. Dafür reichen die Entwicklerwerkzeuge Ihres Browsers, zum Beispiel in Chrome, Firefox oder Edge.

  1. Öffnen Sie Ihre Website in einem privaten Fenster, damit keine alten Cookies das Ergebnis verfälschen. Klicken Sie ein vorhandenes Banner noch nicht an.
  2. Öffnen Sie die Entwicklerwerkzeuge. In den meisten Browsern geht das mit der Taste F12 oder per Rechtsklick und „Untersuchen“.
  3. Wechseln Sie in den Reiter „Netzwerk“ und laden Sie die Seite neu. Tauchen in der Liste fremde Domains auf, lädt Ihre Website Inhalte von Dritten.
  4. Sehen Sie nach, was gespeichert wurde. Je nach Browser finden Sie das im Reiter „Anwendung“, „Speicher“ oder „Web-Speicher“, dort unter „Cookies“ und „Lokaler Speicher“ (in manchen Browsern „Local Storage“).
  5. Wiederholen Sie die Schritte auf Unterseiten mit Kontaktformular, Karte oder Video.

Finden Sie weder fremde Adressen noch Cookies, die über das technisch Notwendige hinausgehen, spricht viel dafür, dass Ihre Website ohne Banner auskommt. Tauchen dagegen Tracking-Cookies oder fremde Adressen auf, obwohl Sie noch nicht zugestimmt haben, sollten Sie etwas tun. Entfernen Sie den Dienst, binden Sie ihn lokal ein oder laden Sie ihn erst nach einer Einwilligung.

Der Selbsttest zeigt, was technisch passiert. Eine rechtliche Prüfung ersetzt er nicht. Sind Sie unsicher, was Sie da sehen? Bei technischen Fragen erreichen Sie uns über das Kontaktformular, per Telefon oder per WhatsApp.

Quellen

Quellen und Stand

Die Angaben in diesem Ratgeber stützen sich auf diese Quellen, abgerufen am 20. Oktober 2026:

FAQ

Häufige Fragen zur Website ohne Cookie-Banner.

Ist ein Cookie-Banner in Österreich Pflicht?

Nein, eine allgemeine Pflicht gibt es nicht. Eine Einwilligung ist nötig, wenn Ihre Website nicht notwendige Cookies oder vergleichbare Techniken einsetzt, etwa für Statistik oder Marketing. Verzichten Sie darauf, brauchen Sie auch kein Einwilligungsbanner.

Wie viele Websites haben ein Cookie-Banner?

In unserer Website-Studie 2026 zeigten 62 % der 357 dafür auswertbaren Websites kleiner Betriebe in Wien und Niederösterreich ein Cookie-Banner, aus einer Zufallsstichprobe von 400 Websites. Bei 45 % der Websites mit Banner liefen Statistik- oder Werbedienste trotzdem schon, bevor jemand zugestimmt hatte.

Welche Cookies darf ich ohne Einwilligung setzen?

Cookies, die unbedingt nötig sind, um einen Dienst bereitzustellen, den Ihre Besucher ausdrücklich wünschen. Das sind etwa Cookies für den Warenkorb eines Onlineshops oder für einen Login. Ob ein bestimmtes Cookie als notwendig gilt, hängt vom Einzelfall ab.

Brauche ich ein Cookie-Banner, wenn ich Google Maps oder YouTube einbinde?

Wird eine Karte oder ein Video direkt eingebettet, werden schon beim Seitenaufruf Daten an den Anbieter übertragen. Solche Inhalte sollten erst geladen werden, wenn Ihre Besucher zustimmen. Ohne Banner geht es mit einem Link zum Anbieter oder mit einer Zwei-Klick-Lösung, bei der der Inhalt erst nach einem Klick geladen wird.

Kann ich eine Besucherstatistik ohne Cookie-Banner nutzen?

Das hängt vom Werkzeug ab. Analyse-Tools, die Cookies oder vergleichbare Techniken nutzen, starten erst nach aktiver Zustimmung. Ob eine Lösung ohne Einwilligung eingesetzt werden kann, hängt von ihrer Funktionsweise und ihren Einstellungen ab. Bei unseren Websites ist auf Wunsch eine DSGVO-konforme Besucherstatistik möglich, für die kein Cookie-Banner nötig ist.

Brauche ich ohne Cookie-Banner trotzdem eine Datenschutzerklärung?

Ja. Auch eine Website ohne zustimmungspflichtige Cookies verarbeitet personenbezogene Daten, zumindest die IP-Adresse der Besucher und die Angaben aus einem Kontaktformular. Darüber informiert die Datenschutzerklärung. Auch technisch notwendige Cookies gehören hinein.

Nächster Schritt

Neue Website ohne Cookie-Banner planen.

Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, was Ihre Website wirklich laden muss und wie sie ohne Banner auskommt. Das gilt für eine neue Website genauso wie für einen Relaunch.

Direkt erreichbarPer Telefon unter +43 677 612 401 30, per WhatsApp oder per E-Mail an office@rhost.at – Sie sprechen direkt mit Julian Rektenwald.
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