DSGVO-konforme Website: worauf es ankommt
Hosting, Schriften, Formulare, Cookies und Impressum: die wichtigsten Punkte für eine datenschutzfreundliche Website – praktisch erklärt für kleine Betriebe, Praxen und Selbstständige in Österreich.
RHost e.U. · Zuletzt aktualisiert:
Das Wichtigste in Kürze
Eine DSGVO-konforme Website verarbeitet nur die Daten, die sie wirklich braucht, und informiert offen darüber. In der Praxis heißt das: ein Hoster mit Auftragsverarbeitungsvertrag, Schriften und Skripte vom eigenen Server, externe Inhalte und nicht notwendige Cookies erst nach Einwilligung, datensparsame Formulare über HTTPS sowie ein vollständiges Impressum und eine Datenschutzerklärung, die zu Ihrer Website passt.
Hosting: Serverstandort und Auftragsverarbeitung
Bei jedem Seitenaufruf verarbeitet der Server personenbezogene Daten – zumindest die IP-Adresse der Besucher, oft auch in Protokolldateien. Der Hoster verarbeitet diese Daten in Ihrem Auftrag. Deshalb brauchen Sie mit ihm einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO – fragen Sie danach, falls Sie noch keinen haben.
Beauftragen Sie zusätzlich Dienstleister, die Zugriff auf Ihre Website oder deren Daten haben, prüfen Sie auch dort, ob eine Auftragsverarbeitung vorliegt.
So ist es bei RHost
Die Hosting-Pakete, die wir betreuen, laufen im Rechenzentrum der Simplenet OG in Wien – mit SSL-Zertifikat und täglichen Backups. Die Simplenet OG stellt das Hosting technisch bereit und ist Ihr Vertragspartner. Den Auftragsverarbeitungsvertrag klären Sie deshalb ebenfalls mit ihr. Bei der Auswahl und bei allen technischen Fragen unterstützen wir Sie persönlich. Mehr dazu unter Webhosting mit Serverstandort Wien.
Schriften und externe Dateien lokal einbinden
Viele Websites laden Schriften, Skripte oder Icons von fremden Servern, zum Beispiel von Google Fonts oder einem Content Delivery Network (CDN). Dabei baut der Browser eine Verbindung zu diesem Server auf und überträgt die IP-Adresse der Besucher – ohne dass diese davon etwas mitbekommen.
Die einfachste Lösung: Legen Sie Schriftdateien, Skripte und Stylesheets auf Ihren eigenen Webspace. Dann lädt der Browser alles vom Server Ihrer Website, und es fließen dabei keine Daten an Dritte.
Prüfen können Sie das in den Entwicklerwerkzeugen Ihres Browsers: Im Reiter „Netzwerk“ sehen Sie, welche Adressen beim Laden Ihrer Website abgerufen werden.
So ist es bei RHost
Websites von RHost laden Schriften, Skripte und Icons grundsätzlich vom eigenen Webspace – ohne Google Fonts und ohne externe CDNs.
Karten, Videos und Social-Media-Inhalte nur mit Einwilligung
Eingebettete Karten von Google Maps, YouTube-Videos oder Social-Media-Beiträge laden Inhalte direkt vom jeweiligen Anbieter. Schon beim Aufruf werden dabei Daten wie die IP-Adresse übertragen, häufig werden zusätzlich Cookies gesetzt. Solche Inhalte sollten daher erst geladen werden, wenn Ihre Besucher zustimmen.
Die Zwei-Klick-Lösung
Statt der Karte oder des Videos zeigt Ihre Website zunächst einen Platzhalter mit einem kurzen Hinweis auf den Anbieter. Erst nach einem Klick wird der Inhalt tatsächlich geladen. Für die Anfahrt reicht oft auch ein Link zum Routenplaner neben Ihrer Adresse – dann öffnet sich der Kartendienst erst, wenn jemand ihn aktiv aufruft.
Kontaktformulare datensparsam gestalten
Über ein Kontaktformular erhalten Sie Namen, E-Mail-Adressen und Nachrichten – also personenbezogene Daten. Diese Grundregeln helfen, damit das datenschutzfreundlich funktioniert:
Cookies und Tracking: erst die Einwilligung
Nach § 165 Abs. 3 TKG 2021 dürfen Informationen auf den Geräten Ihrer Besucher nur mit deren Einwilligung gespeichert oder ausgelesen werden. Ausgenommen ist, was unbedingt nötig ist, um einen ausdrücklich gewünschten Dienst bereitzustellen – etwa ein Cookie für den Warenkorb eines Online-Shops.
Setzt Ihre Website keine Cookies oder vergleichbaren Techniken ein, die eine Einwilligung erfordern, brauchen Sie auch kein Einwilligungsbanner. Für kleine Websites ist das oft die einfachste Lösung.
So ist es bei RHost
Unsere Websites setzen keine Cookies, für die eine Einwilligung nötig wäre – kein Tracking, keine Werbe-Cookies. Deshalb brauchen sie keinen Cookie-Banner. Möchten Sie später zustimmungspflichtige Dienste wie ein Werbe-Tracking oder eingebettete YouTube-Videos nutzen, besprechen wir vorher mit Ihnen, was dafür nötig ist. Mehr zu unseren Paketen unter Webdesign für Unternehmen.
Impressum und Offenlegung
Für die Pflichtangaben auf Websites gibt es in Österreich mehrere Rechtsgrundlagen. In der Praxis werden sie meist auf einer Seite zusammengefasst, die über einen gut sichtbaren Link erreichbar ist – etwa „Impressum“ im Fußbereich jeder Seite.
Welche Angaben für Ihre Rechtsform genau nötig sind, erklärt die Wirtschaftskammer in ihrer Übersicht zum korrekten Website-Impressum. Für Praxen und andere freie Berufe können zusätzlich Vorgaben aus dem jeweiligen Berufsrecht gelten.
Datenschutzerklärung: was hineingehört
Mit der Datenschutzerklärung erfüllen Sie die Informationspflichten nach Art. 13 DSGVO. Sie muss zu dem passen, was Ihre Website tatsächlich tut – ein allgemeiner Mustertext ohne Bezug zu Hosting, Formularen und eingebundenen Diensten erfüllt diese Pflichten meist nicht.
Aktualisieren Sie die Datenschutzerklärung, sobald Sie neue Dienste einbinden oder Funktionen ergänzen.
Checkliste für Ihre Website
- Mit Ihrem Hoster besteht ein Auftragsverarbeitungsvertrag.
- Ihre Website ist durchgehend über HTTPS erreichbar.
- Schriften, Skripte und Stylesheets werden vom eigenen Server geladen.
- Karten, Videos und Social-Media-Inhalte laden erst nach einem Klick.
- Nicht notwendige Cookies und Tracking starten erst nach einer Einwilligung.
- Kontaktformulare fragen nur nötige Daten ab und verweisen auf die Datenschutzerklärung.
- Der Spamschutz überträgt keine Daten an Dritte, oder der eingesetzte Dienst ist in der Datenschutzerklärung beschrieben.
- Impressum und Offenlegung sind von jeder Seite aus mit einem Klick erreichbar.
- Die Datenschutzerklärung beschreibt alle Dienste, die Ihre Website tatsächlich nutzt, und ist aktuell.
Unsicher bei einem Punkt? Bei technischen Fragen erreichen Sie uns über das Kontaktformular, per Telefon oder per WhatsApp. Rechtliche Detailfragen klären Sie am besten mit einer Anwaltskanzlei.
So setzen wir Websites um
Datenschutz ist bei unseren Projekten kein Zusatzpaket, sondern Grundlage. Bei den Websites, die wir erstellen, gilt:
Mehr zu unseren Leistungen finden Sie unter Webdesign für Unternehmen in Wien und Niederösterreich und Webhosting mit Serverstandort Wien.
Häufige Fragen zur DSGVO-konformen Website.
Muss der Server meiner Website in Österreich stehen?
Nein, die DSGVO schreibt keinen bestimmten Serverstandort vor. Liegen Server und Hoster in der EU, fallen aber in der Regel keine Übermittlungen in Drittländer an, für die zusätzliche Anforderungen gelten.
Brauche ich immer ein Cookie-Banner?
Nein. Eine Einwilligung ist nötig, wenn Ihre Website nicht notwendige Cookies oder vergleichbare Techniken einsetzt, etwa für Statistik oder Marketing. Verzichten Sie darauf, brauchen Sie auch kein Einwilligungsbanner – eine Datenschutzerklärung brauchen Sie trotzdem.
Darf ich Google Fonts verwenden?
Ja, wenn Sie die Schriftdateien auf Ihrem eigenen Server speichern und von dort laden. Werden die Schriften direkt von Google geladen, wird dabei die IP-Adresse Ihrer Besucher an Google übertragen.
Wo muss das Impressum stehen?
Die Angaben nach § 5 ECG müssen ständig leicht und unmittelbar zugänglich sein. Üblich ist ein eigener Bereich „Impressum“, der von jeder Seite aus über einen gut sichtbaren Link erreichbar ist.
Datenschutz von Anfang an mitgedacht.
Ob neue Website oder Website-Relaunch: Im kostenlosen Erstgespräch klären wir gemeinsam, was Ihr Betrieb braucht.